Hecht oder Zander, Rotauge oder Rotfeder, Aland oder Döbel: Wer in Brandenburg die Fischerprüfung ablegt oder angelt, muss die Arten sicher unterscheiden und ihre Schonzeiten und Mindestmaße kennen.

Hier findest du alle 45 wichtigen Arten mit Foto, Zeichnung, Erkennungsmerkmalen und den typischen Gewässern in Brandenburg.

Schonzeiten und Mindestmaße stammen aus der Anlage zur Brandenburgischen Fischereiordnung (BbgFischO).1 Das Mindestmaß misst du von der Kopfspitze bis zum Ende der natürlich gespreizten Schwanzflosse. Der Rote-Liste-Status folgt der Brandenburger Liste von 2011.2

Wie du an die Angelkarte kommst, steht in unserem Ratgeber zur Angelkarte in Brandenburg. Die Arten übst du im Fragenkatalog zur Fischerprüfung.

Alle Fischarten im Überblick

ArtGewässertypSchonzeitMindestmaß
Raubfische
HechtSeen, Flüsse, Kanäle1.2. bis 31.3.45 cm
ZanderSeen, Flüsse, Kanäle1.4. bis 31.5.45 cm
FlussbarschFast alle Gewässerkeinekeine
WelsGroße Flüsse, Altarme, warme Seenkeinekeine
RapfenGroße Flüsse1.4. bis 30.6.40 cm
AalAlle Gewässertypenkeine50 cm
QuappeKühle Flüsse, tiefe Seenkeine30 cm
Friedfische
KarpfenSeen, Teiche, langsame Flüssekeine35 cm
SchleieVerkrautete Seen, Teichekeine25 cm
Brachse (Blei)Seen, langsame Flüssekeinekeine
Rotauge (Plötze)Fast alle Gewässerkeinekeine
RotfederStehende, verkrautete Gewässerkeinekeine
AlandGroße Flüsse, Seenkeine30 cm
DöbelFlüsse, Bächekeinekeine
KarauscheKleine, verkrautete Gewässerkeinekeine
GiebelSeen, Teiche, Kanälekeinekeine
HaselKleine Flüsse, Bächekeine15 cm
ZopeGroße Flüsse, Altarme1.3. bis 31.5.20 cm
Ukelei (Laube)Seen, Flüssekeinekeine
GründlingBäche, Flüsse, Sandseenkeinekeine
KaulbarschSeen, Flüsse, Kanälekeinekeine
GüsterSeen, langsame Flüssekeinekeine
BarbeSchnelle Flüsse mit Kiesgrund1.5. bis 31.7.40 cm
Salmoniden und Maränen
BachforelleKühle, schnelle Bäche und Flüsse16.10. bis 15.4.30 cm
RegenbogenforelleForellenteiche, Seen, kühle Gewässerkeinekeine
ÄscheKlare, schnelle Flüsse1.12. bis 31.5.30 cm
Große Maräne (Renke)Tiefe, kühle SeenStehende Gewässer: 1.10. bis 31.12. (nach Besatz); Fließgewässer: ganzjährig30 cm
Kleine MaräneTiefe, klare Seenkeine15 cm
Ganzjährig geschonte Arten
LachsWanderfisch, Flüsseganzjährig geschontSatzfisch 60 cm
MeerforelleWanderfisch, Flüsseganzjährig geschontSatzfisch 60 cm
SeeforelleTiefe Seenganzjährig geschontSatzfisch 60 cm
NaseSchnelle Flüsse mit Kiesgrundganzjährig geschontganzjährig geschont
Zährte (Rußnase)Große Flüsseganzjährig geschontganzjährig geschont
StintElbe, Küstennahe Gewässer, einzelne Seenganzjährig geschontganzjährig geschont
BitterlingSeen, Altarme, Gräbenganzjährig geschontganzjährig geschont
SchlammpeitzgerGräben, Altarme, Moorgewässerganzjährig geschontganzjährig geschont
Groppe (Mühlkoppe)Kühle Bächeganzjährig geschontganzjährig geschont
EdelkrebsSaubere Bäche, Seenganzjährig geschontganzjährig geschont

„keine“ heißt: Die Anlage der BbgFischO nennt für diese Art weder Schonzeit noch Mindestmaß. Die Schonzeiten gelten für die Handangel. Für Hecht und Zander gilt in der Erwerbsfischerei eine vierwöchige Schonzeit nach Hegeplan.1

Schonzeiten und Mindestmaße

Die Fristen und Mindestmaße je Art stehen in der Übersicht oben und in jedem Steckbrief. Gefangene Tiere in der Schonzeit setzt du sofort schonend zurück.1

Alle Schonzeiten mit Kalender: Schonzeiten Brandenburg. Wo du die Arten befischen kannst, zeigt der Überblick der Angelseen in Brandenburg, die Fristen übst du im Prüfungstrainer für die Fischerprüfung.

Raubfische

Diese Arten jagen Fische. Sie sind die Hauptziele der Spinn- und Ansitzangler.

Hecht
Foto: HalbsHännile, CC BY-SA 4.0

Hecht

Schonzeit
1.2. bis 31.3.
Mindestmaß
45 cm
Größe
50 bis 100 cm
Rote Liste
ungefährdet

Lang gestreckter Körper mit entenschnabelartig abgeflachter Schnauze und großem, zahnbewehrtem Maul. Die Rückenflosse sitzt weit hinten, fast über der Afterflosse. Die Flanken sind olivgrün mit hellen, quer gereihten Flecken. Er steht an verkrauteten Ufern, im Schilf und an Seerosenfeldern und lauert dort auf Beute. In Brandenburg fängst du ihn praktisch überall, vor allem in Havel, Spree und Oder und in den Seenketten der Uckermark und des Ruppiner Landes. In der Erwerbsfischerei gilt statt der festen Schonzeit eine vierwöchige Schonzeit nach Hegeplan.

Zander
Foto: unbekannt, Public domain

Zander

Schonzeit
1.4. bis 31.5.
Mindestmaß
45 cm
Größe
45 bis 80 cm
Rote Liste
ungefährdet

Du erkennst ihn an den zwei getrennten Rückenflossen, von denen die vordere Stachelstrahlen trägt, und an den großen Fangzähnen. Dazu kommen die glasig hellen Augen und dunkle Querbänder auf grau-grünlichem Grund. Er bevorzugt trübes, sauerstoffreiches Wasser mit hartem Grund und jagt im Freiwasser und an Kanten. Typische Zanderwasser sind Havel, Oder und Spree sowie die großen, trüben Seen wie der Schwielowsee und der Scharmützelsee. In der Erwerbsfischerei gilt statt der festen Schonzeit eine vierwöchige Schonzeit nach Hegeplan.

Flussbarsch
Foto: GerardM, CC BY-SA 3.0

Flussbarsch

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
15 bis 35 cm
Rote Liste
ungefährdet

Typisch sind die dunklen Querbinden, die zwei Rückenflossen (vorn stachelig, mit schwarzem Fleck) und die orangeroten Bauch- und Afterflossen. Er lebt in Schwärmen in nahezu jedem Gewässer, von der Talsperre bis zum Kanal, und steht gern an Steinpackungen und Stegen. Er kommt in allen Brandenburger Seen und Flüssen vor, vom Spreewald bis zum Scharmützelsee.

Wels
Foto: HalbsHännile, CC BY-SA 4.0

Wels

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
80 bis 150 cm
Rote Liste
ungefährdet

Der schuppenlose, schleimige Körper, das breite Maul mit sechs Barteln (zwei lange am Oberkiefer, vier kurze am Unterkiefer), die winzige Rückenflosse und die sehr lange Afterflosse machen ihn unverwechselbar. Er hält sich tagsüber in tiefen Kolken und unter Totholz auf und jagt nachts. Er braucht warmes Wasser. In Brandenburg lebt er in Oder, Havel und Spree und in den angeschlossenen Seen und Altarmen.

Rapfen
Foto: Karelj, Public domain

Rapfen

Schonzeit
1.4. bis 30.6.
Mindestmaß
40 cm
Größe
40 bis 70 cm
Rote Liste
ungefährdet

Als einziger heimischer Karpfenfisch jagt er Fische. Das Maul ist tief gespalten und reicht bis unter das Auge, der Unterkiefer steht vor, der Körper ist schlank und silbrig. Er jagt in der Strömung an der Oberfläche, etwa an Buhnen und Wehren, und frisst vor allem Ukelei. In Brandenburg findest du ihn vor allem in der Oder und der unteren Havel, wo er an Buhnen und Wehren jagt.

Aal
Foto: GerardM, CC BY-SA 3.0

Aal

Schonzeit
keine
Mindestmaß
50 cm
Größe
50 bis 80 cm
Rote Liste
nicht bewertet

Schlangenförmiger Körper mit einem durchgehenden Flossensaum aus Rücken-, Schwanz- und Afterflosse, winzige Schuppen in schleimiger Haut, kleine Brustflossen. Er ist nachtaktiv, versteckt sich tagsüber im Schlamm oder unter Steinen und wandert zum Laichen in die Sargassosee. Die Bestände stützt vor allem Besatz. Aale gibt es in fast allen Brandenburger Gewässern, überwiegend aus Besatz. In Havel, Spree und den Seenketten sind sie der klassische Nachtfang. Mit der Handangel darfst du höchstens 3 Aale pro Fangtag entnehmen (mit Ausnahmen nach § 2a BbgFischO).

Quappe
Foto: Jeolme, CC BY-SA 4.0

Quappe

Schonzeit
keine
Mindestmaß
30 cm
Größe
30 bis 50 cm
Rote Liste
Vorwarnliste

Als einziger Süßwasserverwandter des Dorsches trägt sie einen Bartfaden am Kinn, hat zwei Rückenflossen (die zweite sehr lang) und eine braun-gelb marmorierte, schleimige Haut. Sie ist nachtaktiv und laicht im tiefen Winter, zwischen Dezember und Februar. In Brandenburg kommt sie in Havel, Spree, Oder und tiefen Seen vor, ist aber seltener geworden.

Friedfische

Friedfische fressen Pflanzen, Kleintiere und Insekten. Viele sehen sich ähnlich, deshalb sind die Unterscheidungsmerkmale hier besonders wichtig.

Karpfen
Foto: USFWS, Public domain

Karpfen

Schonzeit
keine
Mindestmaß
35 cm
Größe
40 bis 70 cm
Rote Liste
ungefährdet

Vier Barteln (zwei Paare am Oberkiefer), ein unterständiges, rüsselartig vorstreckbares Maul und eine lange Rückenflosse mit kräftigem, gesägtem Stachelstrahl. Bei Zuchtformen fehlen Schuppen teilweise (Spiegelkarpfen, Zeilkarpfen, Lederkarpfen). Er liebt warme, nährstoffreiche Gewässer mit weichem Grund und ist der klassische Besatzfisch der Teichwirtschaft. Die Peitzer Teiche in der Lausitz sind das Karpfenzentrum des Landes. Frei im Wasser steht er in Havel, Spree und den Seen.

Schleie
Foto: Karelj, Public domain

Schleie

Schonzeit
keine
Mindestmaß
25 cm
Größe
25 bis 40 cm
Rote Liste
ungefährdet

Sehr kleine Schuppen in dicker Schleimschicht, olivgrün mit goldenem Schimmer, abgerundete Flossen, zwei winzige Barteln an den Maulwinkeln und rötlich-orange Augen. Sie bevorzugt warme, verkrautete und schlammige Gewässer und steht dort bodennah, oft an Schilfkanten. Du findest sie in verkrauteten Havelseen, Altarmen und Teichen der Niederungen.

Brachse (Blei)
Foto: Микова Наталия, Public domain

Brachse (Blei)

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
30 bis 50 cm
Rote Liste
ungefährdet

Hochrückig und seitlich stark abgeflacht, mit langer Afterflosse (23 bis 29 Strahlen) und einem rüsselartig vorstreckbaren, unterständigen Maul. Die Färbung reicht von silbrig bis bronzefarben. Sie zieht in großen Schwärmen über weichem Grund und ist in nährstoffreichen Seen oft die häufigste Fischart. In Havel, Spree und den großen Seen ist sie oft die häufigste Art.

Rotauge (Plötze)
Foto: Ullrich Mühlhoff, CC BY-SA 3.0

Rotauge (Plötze)

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
15 bis 30 cm
Rote Liste
ungefährdet

Rote Iris mit rotem Fleck, orangerote Brust- und Bauchflossen, endständiges Maul. Die Rückenflosse beginnt direkt über den Bauchflossen. Das ist der Unterschied zur Rotfeder. Sie lebt in Schwärmen in Seen und Flüssen und ist in Brandenburg und Sachsen-Anhalt einer der häufigsten Fische überhaupt. Sie fehlt in kaum einem Brandenburger Gewässer.

Rotfeder
Foto: George Chernilevsky, Public domain

Rotfeder

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
15 bis 30 cm
Rote Liste
ungefährdet

Oberständiges Maul, tiefrote Flossen, goldgelbe Iris und ein scharfer Kiel zwischen Bauchflossen und After. Die Rückenflosse sitzt weiter hinten als beim Rotauge, erst hinter dem Ansatz der Bauchflossen. Sie hält sich dicht unter der Oberfläche in Krautbeständen und Schilf auf. Sie steht in den verkrauteten Buchten der Havelseen, in Altarmen und Kanälen.

Aland
Foto: Piet Spaans, CC BY 2.5

Aland

Schonzeit
keine
Mindestmaß
30 cm
Größe
30 bis 50 cm
Rote Liste
ungefährdet

Kräftiger, goldglänzender Karpfenfisch mit rötlichen Flossen. Seine Afterflosse ist nach innen gewölbt (konkav), beim ähnlichen Döbel nach außen. Er steht in der Strömung und in Seen, jagt Insekten und Kleinfische und ist ein beliebter Fisch für die Fliege und den Spinner. In Brandenburg kommt er vor allem in Oder, Havel und Spree vor.

Döbel
Foto: Karelj, Public domain

Döbel

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
30 bis 60 cm
Rote Liste
ungefährdet

Großer, breiter Kopf, große Schuppen mit dunklem Rand, rötliche Bauch- und Afterflossen. Die Afterflosse ist nach außen gewölbt (konvex), das unterscheidet ihn vom Aland. Er steht in Rudeln in Strömungskanten und unter überhängenden Bäumen und frisst fast alles. Du findest ihn in Spree, Havel, Oder und ihren Nebenflüssen.

Karausche
Foto: Swaggo42, CC BY-SA 4.0

Karausche

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
15 bis 30 cm
Rote Liste
Vorwarnliste

Hochrückig, goldbraun, ohne Barteln, mit gerundeter Rückenflosse. Beim sehr ähnlichen Giebel ist die Rückenflosse leicht eingebuchtet. Sie lebt in kleinen, sauerstoffarmen, verkrauteten Gewässern wie Torfstichen und Dorfteichen und verträgt viel. Wildformen sind selten geworden. Sie halten sich in kleinen Weihern, Torfstichen und Gräben der Niederungen.

Giebel
Foto: KDS444, CC BY-SA 3.0

Giebel

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
20 bis 35 cm
Rote Liste
ungefährdet

Silbrig-gelbliche Färbung, keine Barteln, Rückenflosse mit leicht eingebuchteter Kante und ein heller Peritonealüberzug. Verwechselt wird er mit der Karausche. Er ist sehr anpassungsfähig und breitet sich in nährstoffreichen Gewässern stark aus. Er breitet sich in Brandenburger Teichen, Kanälen und Seen aus.

Hasel
Foto: Alexander Suvorov, Public domain

Hasel

Schonzeit
keine
Mindestmaß
15 cm
Größe
15 bis 25 cm
Rote Liste
Vorwarnliste

Schlank, silbrig, mit stumpfer Schnauze und eingebuchteter Afterflosse. Die Flossen sind blassgelb bis leicht rötlich. Er lebt in Schwärmen in sauberen, schnell fließenden kleinen Flüssen, oft zusammen mit Döbel und Gründling. Er lebt in kleineren, sauberen Flüssen und Bächen des Landes.

Zope
Foto: Harka, Akos, CC BY 3.0

Zope

Schonzeit
1.3. bis 31.5.
Mindestmaß
20 cm
Größe
25 bis 40 cm
Rote Liste
ungefährdet

Lang gestreckter, hochrückiger und seitlich stark abgeflachter, bläulich-silbriger Körper mit sehr langer Afterflosse (37 bis 45 Strahlen). Sie lebt im Freiwasser von Flüssen und Altarmen und gilt als wärmeliebend. In Brandenburg kommt sie vor allem in der Oder und im Bereich der unteren Havel vor.

Ukelei (Laube)
Foto: Peter van der Sluijs, CC BY-SA 3.0

Ukelei (Laube)

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
10 bis 15 cm
Rote Liste
ungefährdet

Klein, schlank, hellsilbrig mit oberständigem Maul und einer Afterflosse mit 16 bis 20 Strahlen. Er steht in großen Schwärmen dicht unter der Oberfläche und ist die Hauptbeute vieler Raubfische. In Havel, Spree und den Seen ist er die wichtigste Futterfischart.

Gründling
Foto: Lorenz Seebauer, CC BY-SA 4.0

Gründling

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
10 bis 15 cm
Rote Liste
ungefährdet

Rundlicher Querschnitt, unterständiges Maul mit zwei kleinen Barteln an den Maulwinkeln, dunkle Flecken entlang der Seitenlinie. Er lebt über Sand und Kies und sucht dort bodennah nach Kleintieren. Er lebt in sandigen Bächen und Flüssen des Landes.

Kaulbarsch
Foto: Tiit Hunt, CC BY-SA 3.0

Kaulbarsch

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
10 bis 15 cm
Rote Liste
ungefährdet

Kleiner Barschverwandter mit durchgehender, ungeteilter Rückenflosse, braun-gelber, dunkel gefleckter Haut und Dornen am Kiemendeckel. Er sitzt am Grund über Sand und Kies und bildet manchmal große Bestände. Er ist in Oder, Havel und Spree häufig.

Güster
Foto: Lorenz Seebauer, CC BY-SA 4.0

Güster

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
15 bis 25 cm
Rote Liste
ungefährdet

Ähnelt der jungen Brachse, hat aber größere Augen und eine kürzere Afterflosse (um 20 Strahlen). Bauch- und Afterflossen sind rötlich. Sie lebt in Schwärmen in nährstoffreichen Gewässern, oft zusammen mit der Brachse. In Brandenburg lebt sie in Havel, Spree und den nährstoffreichen Seen.

Barbe
Foto: Linie29, CC BY-SA 3.0

Barbe

Schonzeit
1.5. bis 31.7.
Mindestmaß
40 cm
Größe
40 bis 70 cm
Rote Liste
Vorwarnliste

Gestreckter, rundlicher Körper mit unterständigem Maul, vier Barteln (zwei Paare) und einem kräftigen, gesägten Stachelstrahl in der Rückenflosse. Sie steht tagsüber in der Strömung über Kies und wühlt nachts nach Futter. In Brandenburg kommt sie als Flussfisch in größeren Fließgewässern wie der Oder vor.

Salmoniden und Maränen

Lachsartige erkennst du an der Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse.

Bachforelle
Foto: Robermix, CC0

Bachforelle

Schonzeit
16.10. bis 15.4.
Mindestmaß
30 cm
Größe
25 bis 40 cm
Rote Liste
Vorwarnliste

Fettflosse, rote Punkte mit hellem Hof auf den Flanken, schwarze Punkte, kaum eingebuchtete Schwanzflosse. Das Maul reicht bis hinter das Auge. Sie lebt in kühlen, sauerstoffreichen Fließgewässern mit Verstecken und Kiesbänken. Forellenbäche gibt es im Fläming, in der Lausitz und im Naturpark Schlaubetal.

Regenbogenforelle
Foto: Liquid Art, CC BY-SA 4.0

Regenbogenforelle

Schonzeit
keine
Mindestmaß
keine
Größe
25 bis 50 cm
Rote Liste
nicht bewertet (Neozoon)

Breites, rosa bis violett schimmerndes Band entlang der Flanke, viele kleine schwarze Punkte, auch auf Schwanz- und Rückenflosse, dazu eine Fettflosse. Sie stammt aus Nordamerika und wird für die Angelfischerei und Teichwirtschaft besetzt. Sie pflanzt sich in unseren Gewässern kaum fort. Sie steht in Forellen- und Angelteichen, in freien Gewässern nur nach Besatz.

Äsche
Foto: Zsoldos Márton, CC BY-SA 3.0

Äsche

Schonzeit
1.12. bis 31.5.
Mindestmaß
30 cm
Größe
30 bis 45 cm
Rote Liste
Status unbekannt (G)

Die hohe, fahnenartige Rückenflosse mit rotvioletten Flecken ist das Erkennungszeichen, dazu kommen eine Fettflosse und ein unterständiges Maul. Sie lebt in der Äschenregion, dem Flussabschnitt mit kiesigem Grund und starker Strömung und ist sehr empfindlich gegen Wasserverschmutzung. In Brandenburg ist sie selten, in vielen Gewässern stammt sie aus Besatz.

Große Maräne (Renke)
Foto: Apple2000, CC BY 3.0

Große Maräne (Renke)

Schonzeit
Stehende Gewässer: 1.10. bis 31.12. (nach Besatz); Fließgewässer: ganzjährig
Mindestmaß
30 cm
Größe
30 bis 50 cm
Rote Liste
Daten unzureichend (D)

Silbrig, mit Fettflosse und kleinem Maul ohne Zähne. Sie wird deutlich größer als die Kleine Maräne. Sie lebt im Freiwasser tiefer, klarer Seen und wird vielerorts besetzt. Brandenburg besetzt sie in tiefen, klaren Seen wie dem Werbellinsee.

Kleine Maräne
Foto: Markus Kauppinen, CC BY-SA 4.0

Kleine Maräne

Schonzeit
keine
Mindestmaß
15 cm
Größe
12 bis 25 cm
Rote Liste
Vorwarnliste

Silbrig, schlank, mit Fettflosse und einem Unterkiefer, der den Oberkiefer überragt. Sie bleibt deutlich kleiner als die Große Maräne. Sie bildet im Freiwasser große Schwärme und wird auch kommerziell genutzt. Bekannt ist die Kleine Maräne aus dem Stechlinsee und weiteren tiefen, klaren Seen.

Ganzjährig geschonte Arten

Diese Arten darfst du nicht entnehmen. Wer sie fängt, setzt sie sofort und schonend zurück.1

Lachs
Foto: Hartley, William W., Public domain

Lachs

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
Satzfisch 60 cm
Größe
60 bis 100 cm
Rote Liste
stark gefährdet (2)

Torpedoförmig, Fettflosse, kaum Flecken auf den Flanken, ein sehr schmaler Schwanzstiel. Zur Laichzeit färbt sich das Männchen kupferrot und bekommt einen Kiefer-Haken. Er wandert zum Laichen aus dem Meer in kiesige Oberläufe. Wo er auftaucht, stammt er meist aus Wiederansiedlungsprojekten. In Brandenburg gibt es nur einzelne Wiederansiedlungsversuche und gelegentliche Rückkehrer. Als eingesetzter Satzfisch gilt 16.10. bis 15.4.

Meerforelle

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
Satzfisch 60 cm
Größe
50 bis 80 cm
Rote Liste
gefährdet (3)

Silbrig, mit schwarzen Punkten, aber wenig oder keinen roten. Das Maul reicht nur bis zur Augenmitte. Sie ist die Wanderform der Bachforelle. Sie zieht zum Laichen aus der Ostsee in kiesige Bäche und Flüsse. Aufsteiger aus der Ostsee erreichen nur vereinzelt Flüsse im Norden und Osten des Landes.

Seeforelle
Foto: Johann Jaritz, bearbeitet von HT, CC BY-SA 4.0

Seeforelle

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
Satzfisch 60 cm
Größe
50 bis 80 cm
Rote Liste
nicht gelistet

Kräftig, silbrig, mit vielen X-förmigen schwarzen Punkten und wenigen oder keinen roten Punkten, dazu eine Fettflosse. Sie ist die Seenform der Forelle und kommt in unseren Gewässern fast nur durch Besatz vor. Sie kommt in Brandenburg nur durch Besatz in einzelnen tiefen Seen vor.

Nase
Foto: André Karwath aka Aka, CC BY-SA 2.5

Nase

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
ganzjährig geschont
Größe
30 bis 45 cm
Rote Liste
stark gefährdet (2)

Hornige, scharfkantige Unterlippe, unterständiges Maul mit vorstehender nasenartiger Schnauze, silbrig mit dunklem Bauchfell. Sie weidet Algen von Steinen ab und zieht zum Laichen in kiesige Flussabschnitte. Die Bestände sind in Brandenburg stark zurückgegangen.

Zährte (Rußnase)

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
ganzjährig geschont
Größe
25 bis 40 cm
Rote Liste
gefährdet (3)

Hochrückig, mit vorstehender Nase und unterständigem Maul. Zur Laichzeit färbt sich der Rücken fast schwarz, die Flossen werden orange. Sie ist sehr selten und laicht in Flüssen mit kiesigem Grund. Sie ist in Brandenburg sehr selten.

Stint
Foto: WHell at German Wikipedia, Public domain

Stint

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
ganzjährig geschont
Größe
12 bis 20 cm
Rote Liste
gefährdet (3)

Schlank, silbrig, mit Fettflosse, großem Maul mit Zähnen und einem auffälligen Geruch nach Gurke. Der Stint lebt im Brackwasser und in Unterläufen großer Ströme, einzelne Seebestände gibt es auch im Binnenland. In Brandenburg ist er selten, ein Fang ist nicht erlaubt.

Bitterling
Foto: George Chernilevsky, Public domain

Bitterling

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
ganzjährig geschont
Größe
5 bis 8 cm
Rote Liste
ungefährdet

Kleiner, hochrückiger Karpfenfisch, die Männchen tragen zur Laichzeit ein auffälliges Prachtkleid. Er legt seine Eier in Teich- und Flussmuscheln. Er lebt in verkrauteten Altarmen, Gräben und kleinen Seen mit Muschelbestand. Er lebt in verkrauteten Altarmen und Gräben mit Muschelbestand.

Schlammpeitzger
Foto: George Chernilevsky, Public domain

Schlammpeitzger

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
ganzjährig geschont
Größe
15 bis 25 cm
Rote Liste
ungefährdet

Aalartig gestreckter, braun-gelb längsgestreifter Körper mit zehn Barteln um das Maul. Er atmet zusätzlich über den Darm Luft. Er lebt im Schlamm kleiner, sauerstoffarmer Gewässer und ist ein Wetterprophet, weil er bei Luftdruckfall unruhig wird. Er lebt in kleinen Gräben, Altarmen und Moorgewässern der Niederungen.

Groppe (Mühlkoppe)
Foto: Piet Spaans, CC BY-SA 2.5

Groppe (Mühlkoppe)

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
ganzjährig geschont
Größe
8 bis 15 cm
Rote Liste
gefährdet (3)

Großer, breiter Kopf, keulenförmiger Körper ohne Schuppen, große Brustflossen und ein Dorn am Vorkiemendeckel. Sie lebt versteckt unter Steinen in kühlen, sauerstoffreichen Bächen. In Brandenburg lebt sie in kühlen Bächen, zum Beispiel im Fläming und in der Lausitz.

Edelkrebs
Foto: Dragon187, CC BY-SA 3.0

Edelkrebs

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
ganzjährig geschont
Größe
10 bis 18 cm
Rote Liste
in der Fischliste nicht bewertet

Rotbrauner bis olivbrauner Flusskrebs mit glatten Scheren, die unten rötlich sind. Hinter den Augen liegen zwei Leisten. Er ist von der Krebspest bedroht. Er lebt in sauberen, strukturreichen Gewässern mit Uferhöhlen. Brandenburg zählt ihn zu den ganzjährig geschonten Arten.

Weitere geschützte Arten

Diese Arten stehen in der Anlage der BbgFischO ebenfalls ganzjährig unter Schutz.1 Du erkennst sie vor allem an Größe und Körperform, meist ohne Illustration.

  • Elritze: kleiner, schlanker Karpfenfisch klarer Bäche
  • Moderlieschen: winziger Schwarmfisch, in der Anlage geschont
  • Schmerle: Bartfäden, lebt am Bachgrund
  • Steinbeißer: kleiner Grundfisch mit Dorn unter dem Auge
  • Neunaugen: Bach-, Fluss- und Meerneunauge sind keine Fische im engeren Sinn, alle drei sind ganzjährig geschont
  • Stör, Finte, Maifisch, Nordseeschnäpel: Wanderfische, Brandenburg führt sie als ganzjährig geschont
  • Ziege und Schneider: selten, in der Anlage ganzjährig geschont

Häufige Fragen

Welche Schonzeiten gelten in Brandenburg?

Für die Handangel schont die BbgFischO sieben Arten zeitweise, darunter Hecht (1.2. bis 31.3.) und Zander (1.4. bis 31.5.). Alle Fristen mit Kalender stehen im Artikel Schonzeiten Brandenburg.1

Wie groß muss ein Hecht in Brandenburg sein?

Der Hecht muss mindestens 45 cm lang sein, der Zander ebenfalls.1 Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende der gespreizten Schwanzflosse.

Gibt es für Wels und Barsch ein Mindestmaß?

Nein, die Anlage zur BbgFischO nennt für Wels, Barsch, Brachse, Rotauge und Rotfeder weder Schonzeit noch Mindestmaß.1 Dein Verein oder der Gewässerinhaber kann strengere Regeln setzen, schau in die Gewässerordnung.

Wie viele Aale darf ich in Brandenburg fangen?

Mit der Handangel sind es höchstens 3 Aale pro Fangtag, bei einem Mindestmaß von 50 cm.1

Quellen

  1. Land Brandenburg: Brandenburgische Fischereiordnung (BbgFischO) mit Anlage (bravors.brandenburg.de)
  2. LUGV Brandenburg: Rote Liste und Artenliste der Fische und Rundmäuler (2011) (lfu.brandenburg.de)